
1. Die Trägheit unseres Klimasystems ist so gross, dass die Emission von Treibhausgasen jetzt vermindert werden muss, um eine nicht umkehrbare Destabilisierung des Klimas zu vermeiden. Eine der wirksamsten Massnahmen ist gemäss der internationalen Expertengruppe zur Klimaentwicklung der Verzicht auf die Verwendung von Kohle als Brennstoff (Quelle: 4. Bericht des IPCC, Zusammenfassung für Entscheidungsträger).
2. Der fossile Brennstoff Kohle verursacht am meisten Kohlendioxid (CO2) pro erzeugte Energieeinheit. Er ist also die schädlichste Energiequelle zur Stromerzeugung. Kohle verursacht mehr als 800 g CO2 pro Kilowattstunde, Erdgas 400 g, Wasserkraft 4 g, Wind- und Sonnenenergie ca. 30 g.
3. Eine Investition in Kohleenergie widerspricht den Zielen, die die Schweiz im Rahmen des Kyoto-Protokolls unterzeichnet hat, und den Zielen unserer Kantonspolitik. Unsere Behörden sind verpflichtet, die von ihnen selbst unterschriebenen oder vorgegebenen Ziele einzuhalten.
4. Groupe E ist ein halbstaatliches Unternehmen, das im Kanton Freiburg eine Monopolstellung innehat. Der Kanton hält 78% der Aktien, und die Mehrheit der Einnahmen stammt von den Einwohnern. Deshalb sind die kantonalen Behörden verpflichtet, zwischen der Geschäftsstrategie der Groupe E, der kantonalen Politik und den Interessen der Einwohner für Kohärenz zu sorgen.
5. In der Schweiz wurde noch nie ein Kohlekraftwerk betrieben. Die Bevölkerung würde dies sicher nicht akzeptieren. Umso weniger ist es akzeptabel, ins Ausland zu verlagern, was hier nicht erlaubt wäre.
6. Die Kohlereserven sind beschränkt, wie diejenigen von Erdöl und Uran. Sie werden auf 155 Jahre geschätzt (Quelle: The Future of Coal, Kavalov, Peteves; DG JRC, Institute for Energy, 2007). Indem wir die Priorität auf Energiesparmassnahmen und die Förderung erneuerbarer Energien legen, können wir die Energie- und Klimaprobleme gleichzeitig anpacken.
7. Die massive Förderung von Elektrizitätssparmassnahmen und von erneuerbaren Energien (fotovoltaische und solarthermische Energie auf und an Gebäuden, Biogas in der Land- und Abfallwirtschaft) wäre ein gewaltiger Anstoss für die regionale Wirtschaft und ihre Arbeitsstellen – ganz im Gegensatz zu einem Werk in Deutschland.
8. Die Klimaänderung ist viel mehr als ein technisches, finanzielles und politisches Problem: sie ist ein moralisches Problem gegenüber den zukünftigen Generationen. Wir, die heutige Generation, sind an einem Entscheidungspunkt angelangt. Es liegt an uns, den Elektrizitätsverbrauchern, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.
Kollektiv Nein zur Kohle! 2010, alle reservierten Rechte :: "Script Petition" Nicolas Dunand 2007-2010, alle reservierten Rechte